Kräuter & Pflanzen

Gänse­blüm­chen

Bellis perennis

Sarah Christiansen
14 Apr., 2026

Daisies are like sunshine to the ground.
(„Gänseblümchen sind wie Sonnenschein
auf dem Boden.“)
Drew Barrymore

Das Gänseblümchen gehört zu den Pflanzen, die vermutlich jeder kennt. Häufig lächelt es einem aus einer Wiese oder dem Rasen freundlich entgegen. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich in meiner Kindheit Kränze aus den zierlichen Blümchen geflochten oder einfach die Blüten gegessen habe. Im Folgenden ein paar interessante Details zu diesem hübschen allgegenwärtigen Blümchen, die Sie vielleicht noch nicht kannten.

Wo wächst das Gänseblümchen und wie sieht es aus?

Das Gänseblümchen ist eine kleine Sonnenanbeterin und mag entsprechend sonnige Standorte, aber auch im Halbschatten ist es recht zufrieden. Es bevorzugt nährstoffreiche, gern lehmige und mäßig feuchte Böden. Die Pflanze ist mehrjährig und kann bis zu 15 cm hoch werden. Die leicht behaarten Blätter sind als Rosette angeordnet, haben einen langen Stiel, sind länglich, oval und können bis zu 4 cm lang werden. Die eleganten Blütenblätter sind weiß bis leicht zartrosa. Sie sind um ein Zentrum aus zahlreichen gelben Röhrenblüten angeordnet. Seine Eigenschaft als Sonnenanbeterin zeigt das Gänseblümchen auch dadurch, dass es seine Blüten immer der Sonne zuwendet und in der Nacht verschließt, der Fachbegriff hierfür ist „heliotrop“. Mit diesen Blüten erfreut uns das Gänseblümchen dabei von März bis November. Damit zählt es zu den Frühblühern (vgl. Was sind Frühblüher?) und gleichzeitig zu den Spätblühern (vgl. Was sind Spätblüher?).

Der wissenschaftliche Name des Gänseblümchens, Bellis perennis, lässt sich übrigens mit „immerwährende Blume“ übersetzen. Ein sehr passender Name, wie ich finde, denn manchmal blüht das Gänseblümchen sogar in milden Wintern (s. hierzu auch den Artikel Glück­lich trotz Winter).

Einzelnes Gänseblümchen

Viele Namen

Da das Gänseblümchen so verbreitet ist, mag es kaum verwundern, dass es zahlreiche Namen trägt. Es ist beispielsweise auch als Maßliebchen, Morgenblume, Maiblume, Regenblume, Marienblümchen, Himmelsblume oder Sonnenblümchen bekannt. Ein besonders bezaubernder Name für das Pflänzchen ist Tausendschön.

Herkunft

Ähnlich wie die Kornblume ist auch das Gänseblümchen ein Kulturfolger. Es stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und hat sich von dort aus (im Gepäck der Menschen) auf dem gesamten europäischen Kontinent ausgebreitet. (Vgl. zu diesem Thema auch den Artikel Was ist ein Kulturfolger?)

Ist das Gänseblümchen essbar?

Wie bereits erwähnt, habe ich in meiner Kindheit das ein oder andere Gänseblümchen verspeist. Und tatsächlich ist das Gänseblümchen essbar und sogar ziemlich lecker. Es schmeckt leicht nussig und ist u. a. reich an Vitamin C, Kalzium, Kalium, Magnesium und Eisen.
In der Küche macht es dabei eine ziemlich gute Figur und verzaubert so manches Gericht. Man sollte allerdings keine zu großen Mengen von der Pflanze essen (siehe Kasten).
Es können sowohl Blätter und Blüten als auch die Samen des Gänseblümchens verwendet werden.
Die Blüten und Blätter eignen sich u. a. gut als schmackhafte und elegante Salatzutat. Auch in einer Kräuterbutter oder einem Pesto überzeugt das Gänseblümchen. Weitere Möglichkeiten, das Gänseblümchen zuzubereiten, sind z. B. Spinat, Suppen oder Smoothies. Sogar als „falsche Kapern“ kann man die Knospen verarbeiten. Außerdem lässt es sich perfekt als Schmuckpflanze dem selbstgemischten Kräutertee hinzufügen. Und nicht zuletzt verleihen die Blüten des Gänseblümchens als blumige Dekoration Kuchen oder Desserts das gewisse Extra.

In größeren Mengen giftig

Falls Sie jetzt der große Hunger auf Gänseblümchen packt, hier noch ein Hinweis: Geringe Gänseblümchen-Mengen sind harmlos, in größeren Mengen sind allerdings sowohl Blüten als auch Kraut giftig (vgl. Giftzentrale Bonn).

Das Gänseblümchen – ein Heilkraut?

In der Naturheilkunde wird das Gänseblümchen für verschiedene heilerische Zwecke eingesetzt. Es war im Jahr 2017 sogar Heilpflanze des Jahres. Es soll u. a. bei Erkältungen und gegen Husten helfen. Auch bei Hautproblemen, Verletzungen und Insektenstichen wird dem Gänseblümchen eine positive Wirkung zugeschrieben. Des Weiteren soll es bei Gelenkbeschwerden und Arterienverkalkung nützlich sein. Insbesondere in der Homöopathie wird das Gänseblümchen häufig angewendet.

Die Magie des Gänseblümchens

Das Gänseblümchen wurde stets auch als magische Pflanze betrachtet. So besagt etwa der Volksglaube, dass man die ersten drei Gänseblümchen essen müsse, um das ganze Jahr vor Fieber und Zahnschmerzen geschützt zu sein. Die Kelten hingegen glaubten, dass sich mithilfe von Gänseblümchen das Wachstum beeinflussen ließe.
Insekt auf Gänseblümchen
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