Wilde Malve
Malva sylvestris
Insektenfreundin
Viele Namen
Altbekannt
Bereits in der Antike wurde die Wilde Malve angebaut und als Heilkraut und Nahrungsmittel gebraucht, damit ist sie eine der ältesten bekannten Nutzpflanzen. Dabei wurde sie sowohl im antiken Griechenland als auch in China verwendet.
Wie erkenne ich Wilde Malve und wo wächst sie?
Wie bereits erwähnt, lässt sich die Wilde Malve gut an ihren purpurnen Blüten erkennen. Diese sind, ähnlich wie bei der Kornblume, zwischen Mai und Ende September zu sehen, damit zählt die Pflanze zu den Spätblühern (vgl. Was sind Spätblüher?). Zudem ist die zweijährige Pflanze recht stattlich und wird bis zu 1,20 Meter groß. Die Blätter stehen wechselständig am Stängel und sind wie dieser dicht behaart. Sie bestehen aus 5 bis 7 sogenannten „Blattlappen“, sind rundlich bis nierenförmig und haben einen Durchmesser von etwa 6 cm. Im Herbst bilden sich dann die Samen der Wilden Malve. Sie reifen in sogenannten Spaltfrüchten (die heißen so, weil sie sich nach abgeschlossener Reifung in Teilfrüchte spalten). Die Samen werden etwa 2,5 mm lang bzw. breit.
Besonders gern mag die Wilde Malve lockere, lehmige, nährstoffreiche Böden und sonnige Wärme, deshalb wächst sie häufig auf Wiesen und Ödflächen oder an Feld- bzw. Wegrändern. Außerdem hat sie mittlerweile viele Gärten erobert und ziert dort so manches Blumenbeet. Die Wilde Malve ist ein Stickstoffzeiger, d. h. dort, wo sie wächst, ist der Boden besonders reich an Stickstoffen.
Farbenfroh
Die Wilde Malve eignet sich wunderbar zum Färben, u. a. von Wolle. Dabei kann man sowohl die gesamte Pflanze als auch die Samen verwenden (Vgl. zum Thema Wollefärben auch den Artikel Die sogenannte Vegetarierwolle). In der Lebensmittelindustrie werden die Blüten ebenfalls als Farbstoff für verschiedene Produkte eingesetzt.
Kann ich Wilde Malve in der Küche verwenden?
Wilde Malve kann man ganz wunderbar in der Küche nutzen. Sie schmeckt sehr zart und angenehm. Dabei können sowohl ihre Blüten und Blätter als auch die Wurzeln, Früchte und Samen verwendet werden. Ideal eignen sich Blätter und Blüten beispielsweise roh für Salate oder grüne Smoothies. Auch für Suppen oder Gemüsepfannen sind die Blätter, aber auch Wurzeln, eine tolle Zutat. Aus den Blättern kann man zudem einen schmackhaften Spinat kochen. Besonders lecker schmeckt Omelette mit Malvenblättern. Die eleganten Blüten lassen sich perfekt zur Verzierung von süßen oder herzhaften Gerichten nutzen. Auch als Schmuckpflanze im selbstgemischten Kräutertee machen die Blüten der Wilden Malve eine gute Figur. Die Samen wiederum kann man entweder roh essen oder einlegen bzw. zu falschen Kapern verarbeiten, sie schmecken leicht nussig.
Ist Wilde Malve ein Heilkraut?
Die Wilde Malve kann als Heilkraut auf eine lange Tradition zurückblicken. Die bereits erwähnten Chinesen (s. o.) setzten sie als Heilpflanze ein. Und Hildegard von Bingen empfahl die Wilde Malve besonders für die Verdauung. Auch heute gilt sie in der Naturheilkunde als gutes Mittel zur Behandlung von Beschwerden des Magen-Darm-Trakts, wie Magenschleimhautentzündungen oder Verstopfungen. Wegen ihres hohen Anteils an Schleimstoffen soll die Wilde Malve außerdem besonders wirksam bei gereizten Schleimhäuten sein. Dazu zählen, neben der bereits genannten Magenschleimhaut, auch die Mund- bzw. Rachenschleimhaut. Sie soll u. a. gegen trockenen Husten und als entzündungshemmendes Mittel gegen Erkältungen helfen. Auch gegen Hautentzündungen soll sie sich neuen Studien zufolge gut einsetzen lassen.
Disclaimer
Für Schäden durch den Gebrauch der hier aufgeführten Kräuter und deren Anwendung übernimmt der Herausgeber dieser Website keinerlei Haftung! Der Besuch dieser Website ersetzt zudem nicht den Besuch beim Arzt. Suchen Sie diesen bei Beschwerden stets auf. Ziehen Sie Ihren Arzt zudem vor einer geplanten Kräuter-Therapie, bei Fragen zu Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten stets zu Rate. Auch in einer Apotheke kann man Sie zu diesen Themen beraten.
Das könnte Sie auch interessieren:
Kornblume
Das Fliegende Spaghettimonster
Huflattich
* „Der Unterschied zwischen dem beinahe richtigen Wort und dem richtigen ist derselbe wie zwischen einem Glühwürmchen und einem Blitz“ – Mark Twain