Schreibtipps

Kreati­ves Schrei­ben: 5 Übun­gen für zwischen­durch

Mit Schreibübungen die Zeit vertreiben

Sarah Christiansen
14 Okt., 2026

Egal, ob unterwegs oder zuhause – diese Schreibübungen können Sie ganz einfach zwischendurch einschieben.

1. Wortketten

Die Grundlage für eine Wortkette ist zunächst einmal ein Kompositum (Doppelwort). Aus dem hinteren Wortteil muss dann ein neues Kompositum gebildet werden. Anschließend beginnt auch das nächste Wort wieder mit dem hinteren Wortteil usw. Auf diese Weise werden die grauen Zellen angeregt und es entstehen interessante Wortreihen. Die so gebildeten Wörter können auch Neologismen (Neuschöpfungen) sein (Vgl. Die schönsten Neologismen).

Beispiel:
Schaukelpferd – Pferdeapfel – Apfelkuchen – Kuchenhaube – Haubentaube …

2. Beobachten und schreiben

Lassen Sie sich von der Umgebung inspirieren und verfassen Sie einen Text, der auf Ihren Beobachtungen beruht. Diese Schreibübung lässt sich besonders gut umsetzen, wenn Sie Zeit rumbringen müssen oder unterwegs sind. Eine Zugfahrt eignet sich beispielsweise wunderbar. Betrachten Sie die Landschaft, die am Fenster vorbeizieht: Welche Geschichte verbirgt sich hinter der malerischen Burg? Welches Ziel hat das Boot, das auf einem Fluss vorbeifährt? Auch ein Wartezimmer kann die Phantasie beflügeln: Wer ist die Frau mit der grünen Handtasche, die gegenüber sitzt? Welche Geheimnisse beinhaltet ihre Handtasche? Diese Übung sorgt oftmals für besonders kreative Texte.

3. 5-Wort-Geschichten

Bei dieser Schreibübung geht es darum, die ultimative Kurzgeschichte zu verfassen. Mit nur fünf Wörtern wird eine Geschichte geschrieben. Hierbei können Sie richtig kreativ werden. Lassen Sie sich davon überraschen, wie viel Dramatik in wenigen Worten stecken kann. Die so entstandene Kurzgeschichte darf selbstverständlich anschließend ausformuliert werden. Diese Übung kann übrigens auch dabei helfen, Schreibblockaden zu überwinden (Vgl. hierzu auch den Artikel Erste Hilfe bei Schreib­blocka­den).

Beispiele:
Katze, Tisch, Wasserglas, Pfote, Pfütze.

Alkohol, Zugfahrt, verpasster Ausstieg, Paris.

4. Elfchen

Das Elfchen zählt zu den absoluten Klassikern der Schreibübungen. Einige kennen es vielleicht noch aus ihrer Grundschulzeit. Auch für Erwachsene eignet sich dieses kurze Gedicht sehr gut, um die Gedanken zu fokussieren und ins Schreiben zu kommen. Das Elfchen besteht aus elf Wörtern und fünf Zeilen und folgt einem simplen Schema:

1. Zeile: Ein Wort → Thema, z. B. Farbe/Eigenschaft/Gedanke/Gegenstand/Geruch
2. Zeile: Zwei Wörter → Thema genauer beschreiben.
3. Zeile: Drei Wörter → Was geschieht? Z. B. Wo und wie ist der Gegenstand aus Zeile 1?
4. Zeile: Vier Wörter → Was macht das mit mir?
5. Zeile: Ein Wort → Abschluss/Fazit

Beispiel:
Senf
Leuchtend gelb
Aus sonnengereiften Senfkörnern
Esse ich auf Käse
Familientradition

5. Buchstaben auslassen

Die Herausforderung dieser Übung besteht darin, einen Text zu schreiben und dabei auf bestimmte Buchstaben zu verzichten. Das ist gar nicht so einfach und erfordert etwas Konzentration, macht aber sehr viel Spaß. Versuchen Sie es und schreiben Sie eine kurze Geschichte, ohne die Buchstaben „f“, „a“ und „d“ zu verwenden. Gerne können Sie auch andere Buchstaben wählen.


Sie würden gern noch mehr schreiben? Weitere Schreibübungen finden Sie in den Artikeln Krea­tives Schrei­ben: Sechs Übun­gen und Krea­tives Schrei­ben: Sechs Übun­gen in der Gruppe.
Falls Sie Schreibübungen suchen, die auf Kinder zugeschnitten sind, dann sei Ihnen der Artikel Kreatives Schreiben: 5 Übungen für Kinder ans Herz gelegt.

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* „Der Unterschied zwischen dem beinahe richtigen Wort und dem richtigen ist derselbe wie zwischen einem Glühwürmchen und einem Blitz“ – Mark Twain