Kräuter & Pflanzen

Echtes Mädesüß

Filipendula ulmaria

Sarah Christiansen
23 Juli, 2026
Letztes Jahr entdeckte ich auf unserer Feuchtwiese eine neue Pflanze, die mir mit ihren filigranen weißen Blüten sofort ins Auge fiel. Nachdem ich etwas recherchiert hatte, stellte ich begeistert fest, dass es sich um Mädesüß handelt. Eine unglaublich interessante Pflanze mit einer spannenden Geschichte.

Wie erkenne ich Echtes Mädesüß und wo kann ich es finden?

Mädesüß kann mit bis zu zwei Metern eine beeindruckende Höhe erreichen. Die weißen Blüten sind eher zart und zeigen sich zwischen Juni und August. Sie verströmen einen süßlichen Duft, der an Mandeln erinnert. Die Blätter sind dunkelgrün und wechselständig an den kantigen Stängeln angeordnet. Der Blattrand ist gesägt und die Unterseite leicht behaart, die Blattadern sind sehr ausgeprägt.
Die Pflanze mag feuchte, nährstoffreiche Böden, die durchlässig sind, und bevorzugt Sonne oder Halbschatten. Deshalb findet man sie hauptsächlich in Ufernähe, Auwäldern oder auf feuchten Wiesen.
Nahaufnahme Echtes Mädesüß

Royaler Fan

Die englische Königin Elisabeth I. (1533–1603), die auch als „Die jungfräuliche Königin“ bekannt ist, liebte den Duft von Mädesüß. Deshalb wollte sie es stets um sich haben.

Kann ich Echtes Mädesüß essen?

Die Pflanze ist tatsächlich essbar. Allerdings sollte man nur geringe Mengen davon verwenden, da sie als schwach giftig gilt. Früher wurde Mädesüß häufig für die Aromatisierung verschiedener Getränke, wie etwa Met oder Bier, verwendet. Die Blüten schmecken süßlich und leicht nach Mandeln. Mit ihnen lassen sich Desserts, wie Pudding, Cremes oder selbstgemachtes Eis, wunderbar verfeinern. Die jungen Blätter eignen sich derweil gut als Zutat in Gemüse-, Wild- und Fischgerichten. Auch als Spinat, in Salaten und Suppen macht Mädesüß eine gute Figur.

Ist Echtes Mädesüß ein Heilkraut?

Mädesüß wurde früher in der Volksmedizin zur Linderung diverser Beschwerden eingesetzt. Beispielsweise galt es bei Kopfschmerzen und Erkältungen als wirksame Heilpflanze. Es soll eine entzündungshemmende und fiebersenkende Wirkung haben. Auch bei Rheuma, Gicht und Blähungen wurde es verwendet.

Namensgeber

Wussten Sie, dass Aspirin nach Mädesüß benannt worden ist? Früher trug die Pflanze den botanischen Gattungsnamen „Spirea“, davon leitet sich das Wort „Aspirin“ ab. Denn die Mädesüß-Blüten enthalten Vorstufen der schmerzlindernden Salicylsäure. Diese ist der Ausgangsstoff für die Acetylsalicylsäure (ASS), welche in verschiedenen Schmerzmitteln enthalten ist.

Insektenschwarm

Insekten fliegen auf Mädesüß (manche krabbeln auch). Vor allem der Pollen ist bei Wildbienen, wie etwa Hummeln, Fliegen, Schwebfliegen und Käfern sehr beliebt. Auch zahlreiche Schmetterlingsraupen haben die Pflanze zum Fressen gern.

Disclaimer

Für Schäden durch den Gebrauch der hier aufgeführten Kräuter und deren Anwendung übernimmt der Herausgeber dieser Website keinerlei Haftung! Der Besuch dieser Website ersetzt zudem nicht den Besuch beim Arzt. Suchen Sie diesen bei Beschwerden stets auf. Ziehen Sie Ihren Arzt zudem vor einer geplanten Kräuter-Therapie, bei Fragen zu Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten stets zu Rate. Auch in einer Apotheke kann man Sie zu diesen Themen beraten.

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